Aufgaben eines Immobilienmaklers

Was Sie denken wofür Sie bezahlen…

Ein paar Zeilen schreiben, zwei bis drei Fotos ins Internet stellen, 20 Minuten lang einen Besichtigungstermin vornehmen und am Ende eine dicke Provisionsrechnung ausstellen. Das denken wohl die meisten Leute, wenn Sie über das Wort „Immobilienmakler“ stolpern.

Wofür Sie wirklich bezahlen…

Die Aufgaben eines Immobilienmaklers beginnen bei der Berechnung und Analyse des Marktwertes der zu vermittelnden Immobilie. Dafür müssen vorerst bei einem Ortstermin alle Eigenschaften der Immobilie erfasst werden. Bei der Bewertung gibt es drei verschiedene Verfahren (Sachwertverfahren, Ertragswertverfahren, Vergleichswertverfahren). Je nach Objekt werden ein bis zwei dieser Verfahren angewendet um auf den optimalen Marktwert zu kommen. Faktoren wie Lage, das Umfeld und die Bausubstanz spielen dabei eine wichtige Rolle.

Nach erfolgreicher Bewertung der Immobilie müssen sowohl bei der Vermietung als auch beim Verkauf einige Unterlagen eingeholt werden. Der Umfang reicht von Teilungserklärung, Beschlusssammlung, Jahresabrechnungen, Eigentümerprotokolle, Energieausweis, Wohnflächenberechnung bis hin zum Grundbuch u.v.m. Diese Unterlagen erhält der Makler bei verschiedenen Anlaufstellen, die teils nur über eine Eigentümervollmacht erreichbar sind.

Vor Vermarktungsbeginn wird ein aussagekräftiges Exposé erstellt. Ein weiterer Termin für Exposéfotos fällt daher an. Die Beschreibung des Objektes sowie der Lage sollte verkaufsoptimiert dargestellt werden. Es sind kleine Aspekte, die aber durchaus entscheidend für die Anfragenhöhe sein können.

Damit Interessenten von der zu vermittelnden Immobilie erfahren, muss deren Verkauf bzw. Vermietung natürlich publik gemacht werden. Dies geschieht über Onlineportale, Bestandskunden, Aushängeschilder und einiges mehr.

Die eingehenden Anfragen müssen entsprechend beantwortet werden. Jede Email, jeder Kunde muss schnellstmöglich Rückmeldung und Auskünfte über das angefragte Objekt erhalten. Längere Beratungsgespräche am Telefon gehören hierbei zum täglichen Alltag.

Besichtigungen müssen so organisiert werden, dass sich gegebenenfalls Mieter oder Eigentümer, die die Immobilie bewohnen, nicht gestört fühlen. Unterlagen und Exposé sind für die Kunden entsprechend vorzubereiten. Ein seriöser Makler verzichtet auf Sammelbesichtigungen. Es liegt an dem Geschick des Maklers, die Immobilie vorteilhaft zu präsentieren. Beispielsweise endet eine professionelle Besichtigung nie im Keller, sondern im schönsten Raum der Immobilie. Schließlich soll sie einen guten Eindruck hinterlassen – und der letzte Eindruck bleibt erfahrungsgemäß haften.

Die verantwortungsvollste Aufgabe eines Immobilienmaklers ist wohl doch mit Gespür, Daten- und Bonitätsprüfung den geeigneten Käufer/Mieter zu finden. Dies spielt bei Vermietungen eine ebenso große Rolle wie bei Immobilienverkäufen. 

Sofern ein potentieller Käufer gefunden und die Bonität sowie Personalien überprüft wurden, geht es in die Vorbereitungen für Kauf- bzw. Mietvertrag. Den Kaufvertrag veranlasst der Makler mit allen Daten, Eigenschaften und Informationen beim Notariat und prüft den Entwurf gegen. Den Mietvertrag übernimmt der Immobilienmakler selbst. Hier kennt er sich aus und wird alle rechtlichen Aspekte berücksichtigen.

Bei Unterzeichnung von Kauf-/Mietvertrag ist der Immobilienmakler als Vertreter beider Parteien selbstverständlich dabei. Alle Fragen und die Angst vor Unverständlichkeit können so genommen werden. Ein seriöser Immobilienmakler kann Ihnen den Kaufvertrag bis ins Detail erklären.

Nach der Vertragsunterzeichnung ist es für den Makler wichtig, allen anderen Kunden Rückmeldung zu geben. Sprich die Vielzahl der Anfragen wird erneut kontaktiert.

Als letzter Schritt einer Vermittlung (Immobilienverkauf oder –vermietung) wird die Wohnung/das Haus an den Mieter/Käufer übergeben. Das nennt sich meist Schlüsselübergabe. Der Makler übernimmt hier die Sorgfalt, dass die Übergabe in gegenseitiger Fairness vorgenommen wird und somit jegliches Risiko ausgeschlossen wird. So werden Schlüssel erst nach Kaufpreiszahlung übergeben. Die Kaufpreiszahlung wiederum erst nach Räumung des Objektes. Bei Miete wird Kaution und Mietzahlung überprüft. Der Immobilienmakler nimmt vor Ort die Protokollierung der Vereinbarungen und Zählerstände von Heizung, Strom und Wasser.

Weitere Aufgaben eines Maklers: beraten und informieren

Es gibt noch weitere Aufgaben eines Maklers, die den Kunden während der gesamten Dienstleistung begleiten. Ein Makler berät professionell und wird Eigentümer und Käufer/Mieter objektiv über alle Sachverhalte informieren. Ein seriöser Immobilienmakler manipuliert keinen der beiden Vertragspartner und arbeitet stets ehrlich. Außerdem wird er den Eigentümer in regelmäßigen Abständen über seine Aktivitäten und deren Ergebnisse informieren. Dadurch macht er alle Vorgänge transparent und legt offen, was hinter den Kulissen passiert. Er gibt seinem Kunden das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen, da es bei Immobiliengeschäften um viel Geld geht.

Fazit

Ein seriöser Makler entlastet bzw. nimmt Ihnen alle Aufgaben rund um die Vermittlung ab, arbeitet aber stets transparent. Er kümmert sich um einen organisierten, professionellen Ablauf und wird Ihre Immobilie zum bestmöglichen Preis verkaufen bzw. vermieten.

Woran erkenne ich, ob ein Makler seriös arbeitet?

Eine Immobilie ist meist das finanziell wertvollste, das ein Mensch im Laufe seines Lebens besitzt. Im Alltag wird oft darauf geachtet, wer hinter einem Dienstleistungsangebot steckt und wie gut dessen Qualität ist. Leider nur viel zu selten in der Immobilienbranche.

Es ist für Laien nicht leicht, die Kompetenz eines Maklers herauszufinden.

Wer kann sich als Immobilienmakler bezeichnen?

Die Berufsbezeichnung „Makler“ ist in Deutschland nicht geschützt. Das heißt: Jeder kann sich theoretisch heute Immobilienmakler nennen – ohne Berufsausbildung und sogar ohne Fachkenntnis.

Der Anwärter benötigt lediglich eine behördliche Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeverordnung.

Außerdem besteht seit 2018 eine Fortbildungspflicht für Makler. Immobilienmakler müssen sich demnach innerhalb von drei Jahren mindestens 20 Stunden lang Fortbildungsmaßnahmen widmen.

Kriterien, auf die Sie achten können

Welche Referenzen kann der Immobilienmakler vorweisen?
Besitzt er Büroräume und eine aussagekräftige Internetseite?
Fragen Sie Ihn nach seiner Berufserfahrung und Ausbildung/Weiterbildung.
Kennen Sie persönlich Leute, die bereits seine Dienstleistung in Anspruch genommen haben?
Testen Sie mit fachlichen Fragen sein Wissen. Beispielsweise wie ein Grundbuch aufgebaut ist, was eine Kappungsgrenze ist oder Ähnlichem. Die Antworten hierzu finden Sie vorab im Internet oder bei uns.

Ebenso sind sein persönliches Auftreten und die Beratungsqualität ein wichtiger Hinweis auf einen seriösen Makler.

Sie sollten auch darauf achten, ob Ihnen der Makler sympathisch ist. Immerhin arbeiten Sie über Wochen oder eventuell Monate mit Ihm zusammen. Außerdem sollten Sie auf den Umfang seiner angebotenen Leistungen Ihr Augenmerk richten. Ein kompetenter Makler übernimmt in der Regel sämtliche Aufgaben im Verkaufsprozess.

Es geht um Ihr Eigentum – und das sollten Sie nur erfahrenen Profis in die Hände geben!

Tipps für Hauskäufer – Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Energetische Aspekte, Bauqualität oder Grundstücksrechte – es gibt einiges zu beachten, bevor Sie den Hauskauf notariell beurkunden. Immerhin sollte Ihnen das neue Zuhause nicht nur Lebensqualität bieten, sondern im besten Fall auch eine lohnende Investition sein!

Vor der Besichtigung sollten Sie grundsätzliche Fragen klären:

Vorab einen gezielten Fragenkatalog zu erstellen macht durchaus Sinn, denn je besser Sie vorbereitet sind, desto weniger wichtige Informationen werden vergessen. Ebenso lenkt Sie das Nachdenken über eventuell vergessene Fragen nicht vom Objekt ab. Der erste Rundgang bleibt Ihnen daher besser im Kopf. Fragen Sie den Verkäufer/Makler vorab nach dem energetischen Zustand, die Nachbarschaft, die Ausstattung und den Grund für den Verkauf. Hilfreich ist auch ein Grundriss. Damit sehen Sie, ob die Größe und Aufteilung der Räume Ihren Ansprüchen genügen und zu Ihrer Einrichtung passt. Aus solchen Informationen ergeben sich Fragen, die Sie wiederum auf Ihren Fragenkatalog notieren können.

Raumaufteilung und Ausstattung kritisch prüfen

Den ersten Besichtigungstermin sollten bei Tageslicht vereinbaren, im besten Fall werktags. So bekommen Sie einen realistischen Eindruck von den Lichtverhältnissen im Haus, der Geräuschkulisse in der Nachbarschaft und von der Parkplatzsituation. Neben Ihrem Fragekatalog sollten Sie Zollstock und Kompass dabei haben, um sowohl die Maße als auch die Lage von Wohnräumen, Balkon oder Terrasse zu prüfen. Bei der Ausstattung sollten Sie überlegen, was Ihnen fehlt oder nicht gefällt.

Mängel herausfinden und Expertenrat einholen

Sie kaufen das Haus wie gesehen, (abgesehen von versteckten oder verschwiegenen Mängeln). Daher sollten Sie gerade bei älteren Häusern genauer hinsehen. Verfärbter Putz, muffige Gerüche, feuchte Fensterrahmen liefern Hinweise darauf. Notieren Sie sich beim ersten Besichtigungstermin alles, was Ihnen auffällt, auch vermeintliche Kleinigkeiten. Prüfen Sie die Rollläden und z.B. den Wasserdruck der Wasserhähne in Bad, WC und Küche.

Intuition ist wichtig, aber nicht alles!

Sollte der erste Eindruck und Ihr Bauchgefühl positiv sein ist es für Sie wichtig die Kriterien des Hauses auch sachlich zu betrachten. Empfehlenswert ist es einen unabhängigen Sachverständigen um Rat zu fragen, Sie sind dann auf der sicheren Seite und können anstehende Renovierungen besser kalkulieren. Nehmen Sie diesen Sachverständiger zu einer weiteren Besichtigung mit. Wenn sich der Verkäufer dagegen sträubt, spricht das nicht für seine Seriosität. In diesem Fall sollten Sie kein Risiko eingehen und vom Kauf Abstand nehmen.

Vor der finalen Entscheidung

Bevor Sie sich für ein Haus entscheiden, informieren Sie sich über das Grundstück und mögliche Rechte Dritter oder Einschränkungen der Behörden. Wichtig ist ein Blick in das Grundbuch sowie den Bebauungsplan für die Umgebung. So wissen Sie, was dort in den kommenden Jahren entstehen soll – ein entscheidender Punkt für Ihre Lebensqualität im neuen Heim.